20.09.2017

Lebensmittel sammeln am Vinzenztag

Das Elisabeth-Krankenhaus Kassel ruft auf, bis zum 27. September 2017 lang haltbare Lebensmittel zu spenden
  • Das Elisabeth-Krankenhaus Kassel ruft auf, bis zum 27. September 2017 lang haltbare Lebensmittel zu spenden

Der 27. September ist der Namenstag des hl. Vinzenz von Paul, der im 17. Jahrhundert gemeinsam mit der hl. Luise von Marillac die Gemeinschaft der Vinzentinerinnen mit aufgebaut hat. Beide katholische Heilige gelten als Mitbegründer der modernen Caritas. Bis heute ist es Aufgabe der Mitarbeitenden in den vinzentinischen Einrichtungen, Menschen zu helfen, zu  pflegen und zu heilen.

Diesem Erbe fühlen sich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Elisabeth-Krankenhauses am Weinberg in Kassel verpflichtet. Den Gedenktag des Ordenspatrons  wollen sie deshalb mit praktischer Hilfe verbinden und sich den Armen zuwenden. Armut ist in unserem reichen Land nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen und auch nicht immer rein materiell. Tafeln und kirchliche Hilfseinrichtungen berichten über steigenden Zulauf von Menschen, die Lebensmittel brauchen. Doch es ist für die Helfer schwer, die Regale für lang haltbare Lebensmittel täglich mit zum Beispiel Nudeln, Reis, Öl und Konserven zu füllen. Deshalb soll der Vinzenztag als Sammeltag für Lebensmittel genutzt werden. Alle Mitarbeiter, Angehörige, Besucher und Anwohner sind herzlich eingeladen, bis zum kommenden Mittwoch am Empfang im Elisabeth-Krankenhaus in der Weinbergstraße 7 eine Lebensmittelspende abzugeben. Einfach beim nächsten Einkauf zwei Pakete Nudeln oder Konserven mehr kaufen und vorbeibringen. Jede Spende hilft unmittelbar den Menschen in Kassel.     

Die gesammelten Lebensmittel werden am Mittwoch, den 27. September um 12 Uhr den Helfern des sozialpastoralen Dienstes am Kirchort St. Joseph und der Maltesern Kassel übergeben. Diese unterstützen seit mehr als zehn Jahren Menschen in Not. „Vor allem im Kasseler Norden leiden zahlreiche Menschen unter hohen sozialen Belastungsfaktoren und die Flüchtlingsschicksale in den Quartieren fordern seit Monaten zusätzlich heraus“, erklärt Pfarrer Stefan Krönung, Leiter der sozialpastoralen Dienste, und ergänzt: „Jeden Samstag werden an Alte, Familien und Alleinlebende Spenden aus der Bevölkerung weitergegeben solange die Vorräte reichen. Da kommen oft mehr als 100 Personen!“

„Die Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul haben sich seit jeher die Versorgung von Bedürftigen zur Aufgabe gemacht. An diese Tradition möchten wir auch in diesem Jahr anknüpfen“,  bekräftigt Krankenhausdirektorin Marieluise Labrie.

 

Vinzenz von Paul

Vinzenz von Paul wird am 24. April 1581 in Südfrankreich geboren. Als Bauernsohn sucht er einen Beruf, der ihm ein gutes Einkommen sichert und entscheidet sich deshalb für die Priesterlaufbahn, in der Hoffnung auf ein finanziell sorgloses Leben. Und so wird er 1600 zum Priester geweiht. Durch eigene leidvolle Erfahrungen und das Vorbild engagierter Priester erlebt er, besonders in der Begegnung mit notleidenden Armen, eine innere Umkehr. Er entdeckt seine eigentliche Berufung: Anteil zu nehmen an der Barmherzigkeit Gottes, der sich den Armen und Hilfsbedürftigen zuwendet.

Vinzenz lässt sich in Dienst nehmen und zeitlebens gilt seine Sorge den Menschen in ihren vielschichtigen Nöten. Er setzt sich für die ungebildete Landbevölkerung, Galeerensträflinge, Arme, Kranke und Findelkinder ein, von denen es in dieser Zeit in Paris Tausende gibt. Vinzenz erkennt jedoch sehr schnell, dass die spontane Hilfe in den vielfältigen Notsituationen nicht ausreicht. Er beginnt daher, die Hilfsmaßnahmen zu organisieren, zu strukturieren und ihnen dadurch Nachhaltigkeit zu verleihen. Dazu nutzt Vinzenz seine guten Kontakte in den Adel, um Mittel und Menschen für seine Hilfsprojekte zu gewinnen. Aus heutiger Sicht war Vinzenz also ein begnadeter „Netzwerker“, „Fundraiser“ und Förderer ehrenamtlichen Engagements. 1617 gründet er die erste „Confrérie des Dames de la Charité“, die als Ursprung der organisierten Caritas gilt und schnell an vielen Orten weitere Gründungen nach sich zog. Beim Aufbau dieser Wohltätigkeitsvereine hilft ihm Luise von Marillac (1591 – 1660, heiliggesprochen 1934). Mit ihr gemeinsam gründet er 1633 die „Filles de la Charité“, die „Töchter der christlichen Liebe“, die heute als Barmherzige Schwestern oder Vinzentinerinnen bekannt sind.   

Als Reaktion auf die unzureichende religiöse Unterweisung der Bevölkerung ruft Vinzenz 1625 die „Genossenschaft der Mission“ ins Leben, eine Gemeinschaft von Priestern, die auch Lazaristen oder Vinzentiner genannt werden. Unzählige Bruderschaften, Vereine, Priesterseminare, Asyle für Geisteskranke, Kinderheime und Krankenhäuser gehen auf den 1660 verstorbenen und 1737 heiliggesprochenen „großen Heiligen der Nächstenliebe“ zurück.