16.11.2017

Innovative Beatmungstechnik an St. Martini

Förderinitiative St. Martini finanziert Beatmungsgerät

Dank einer 100 Prozent-Förderung der Förderinitiative St. Martini konnte ein innovatives AIRVO2-Beatmungsgerät für die Intensivstation angeschafft werden, dass vor allem für die Nachbeatmung eingesetzt werden kann. Damit ist es eine optimale Ergänzung für das Notfallbeatmungsgerät, dass im vergangenen Jahr ebenfalls mit Mitteln der Förderinitiative angeschafft werden konnte. Auch dieses Beatmungsgerät ist mobil einsetzbar und verfügt mit dem sogenannten Nasal-Interface Optiflow über eine komfortable Möglichkeit, den Patienten zu beatmen, ohne den Nasen und Mundbereich mit einer Maske komplett zu verdecken. „Gerade für Patienten nach großen Bauchoperationen, die mit einer Magensonde ernährt werden müssen, lässt sich das AIRVO2 hervorragend zur Beatmungsentwöhnung, dem sogenannten Weaning, einsetzen“, erklärt Anästhesiechefarzt Dr. med. Patrick Jung. Bisher musste die Sonde unter herkömmlichen Masken verlegt werden, was zu Dichtigkeitsproblemen der Maske führen konnte. Der Leiter der Intensivstation hatte sich zusammen mit dem Ärztlichen Direktor Dr. med. Udo Iseke für die Anschaffung des Gerätes bei der Förderinitiative stark gemacht. „Unsere Intensivpatienten, die z.B. nach einer Operation am Bauch Atmungsschwierigkeiten haben, können wir mit diesem Gerät schneller und effektiver wieder stabilisieren und den Heilungsverlauf positiv beeinflussen“, erklärt Dr. Iseke, der die Allgemein- und Visceralchirurgie leitet.

Im Rahmen der sogenannten High Flow Sauerstofftherapie wird dem Patienten Druckluft (Flow) und Sauerstoff zur Unterstützung der Spontanatmung zugeführt. Das AIRVO2-Gerät kann dabei einen sehr breiten Flowbereich zwischen 2 und 60 Litern pro Minute abdecken. Die Temperatur des Gasgemisches ist dabei zwischen 31 und 37 Grad einstellbar, der Beatmungsschlauch ist ebenfalls beheizt und gewährleistet mittels integrierter Sonde eine konstante Temperatur. Gleichzeitig wird die zugeführte Beatmungsluft befeuchtet, eine Austrocknung der Atemwege und ein damit steigendes Infektionsrisiko werden so vermieden. „Das neue System erleichtert unseren Patienten die Atemarbeit und bildet damit einen echten Mehrwert“, resümiert Dr. Jung.

„Wir freuen uns, mit Mitteln der Förderinitiative wiederum eine Investition zum Nutzen der Patienten zu ermöglichen, die in den regulären Mitteln der Krankenhausfinanzierung nicht vorgesehen ist“, erklären die Förderinitiativensprecher Sr. M. Carolá Brun und Ulrich Sommer unisono.