28.04.2017

Der PSA-Wert bei Prostata-Krebs

Der umstrittene Laborwert ist Thema in der Reihe „Hören, was gesund macht“

Die Bedeutung des PSA-Wertes bei Prostata-Krebs ist am 10. Mai 2017, um 17 Uhr, Thema in der Reihe „Hören, was gesund macht“ im Elisabeth-Krankenhaus Kassel. PSA steht für das „prostataspezifische Antigen“ – ein Eiweiß, das ausschließlich in Prostatazellen gebildet wird und im Blut nachgewiesen werden kann. Doch der Wert ist im Rahmen der Früherkennung des Prostatakarzinoms umstritten. In der Veranstaltung im Refektorium vor der Kapelle informiert Dr. Johannes Müller über den aktuellen Stand der Forschung, berichtet inwieweit der Wert für die Früherkennung von Prostatakrebs geeignet ist und zeigt alternative Verfahren auf.

„Aktuell wird in der Medizin sehr kontrovers diskutiert, ob der PSA-Wert zur Früherkennung des Prostatakarzinoms verwendet werden soll“, erläutert Dr. Müller. Denn wichtige Studien aus Europa und Amerika zum Nutzen dieses Wertes kamen zu gegensätzlichen Ergebnissen. „Bei Patienten führt diese Diskussion zu Verunsicherungen. Dabei ist der PSA-Wert durchaus ein geeigneter Indikator für Prostatakrebs. Er muss nur vernünftig interpretiert, für jeden Patienten individuell betrachtet und gegebenenfalls durch weitere diagnostische Verfahren, zum Beispiel mit einem MRT, ergänzt werden“, sagt der Facharzt für Urologie, spezielle urologische Chirurgie, medikamentöse Tumortherapie und Andrologie, der in seinem Vortrag auf die Studien eingehen und alternative diagnostische Verfahren vorstellen wird.

Mit rund 58.000 Neuerkrankungen im Jahr ist Prostatakrebs der häufigste bösartige Tumor beim Mann. „Die meisten Neuerkrankungen treten in einem Alter über 70 Jahren auf“, informiert Dr. Müller. Dennoch empfiehlt der Mediziner vor allem Männern, die älter als 45 Jahre sind und keine schwerwiegenden Vorerkrankungen haben, sich über die Möglichkeit einer Früherkennung zu informieren. „Bei Männern mit einem erhöhten Risiko für ein Prostatakarzinom, zum Beispiel weil es bereits Prostatakrebsfälle in der Familie gab, sollte eine entsprechende Untersuchung sogar schon früher erfolgen“, sagt er. Denn je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.