Erstes Deutsches da Vinci-Symposium 2017

Intensiver und kollegialer Erfahrungsaustausch

von Christine Kunkis

1. Deutsches da Vinci-Symposium Vinzenzkrankenhaus Hannover

Das war eine erfolgreiche Premiere für alle Beteiligten des ersten Deutschen da Vinci-Symposiums vom 12. bis zum 14. Februar 2017 im Vinzenzkrankenhaus Hannover in Niedersachsen.

Dr. Oleg Samchuk, Ulyna Samchuk, Dr. Roman Valetsky, Dr. Ihor Rozdobudko, Dr. Ievgenii Pilin, Dr. Dmytro Buhrymenko, Ivanna Hulei, Dr. Iaroslav Gulei sowie Dr. Mazhed Madi haben die Gelegenheit genutzt, sich vor Ort intensiv über das da Vinci-System zu informieren – eine Roboter-assistierte minimalinvasive Operationsmethode, die eine völlig neue Art der Präzision zulässt, insbesondere bei Eingriffen an Prostata, Blase und Niere. Seit Oktober 2011 führen die Spezialisten des Vinzenzkrankenhauses im da Vinci-Zentrum Hannover alle radikalen Prostatektomien mit dem da Vinci-System durch, inzwischen mehr als 1000 Eingriffe. 2013 gelang dem da Vinci-Team Hannover als erste Klinik Deutschlands zudem die radikale Entfernung der Harnblase bei Blasenkrebs und der Ersatz mit einer Neoblase oder Ileum-Conduit, alles ebenfalls Roboter-assistiert.

Das Kennenlernen bei kleinen Köstlichkeiten  

Nach der Anreise im Leonardo Hotel Hannover begrüßten Michael Hartlage, Geschäftsführer des Vinzenzkrankenhauses Hannover, zusammen mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Jens Albrecht, Dr. Sebastian Edeling, Leiter des da Vinci-Zentrums, und seine ärztlichen Kollegen Dr. Marcel Stoll und Dr. Jannyck Lippka, die Symposiumsteilnehmer und luden zu einem gemeinsamen Abendessen ein. Unterstützt wurden sie von Eugen Murdasow und Anna Sommer vom International Cooperation Office, die das gesamte Symposium als Dolmetscher begleiteten.

Wissensaustausch hautnah: da Vinci in Theorie und Praxis

1. Deutsches da Vinci-Symposium Vinzenzkrankenhaus HannoverDer Folgetag stand ganz im Zeichen des da Vinci-Systems. Dr. Edeling führte zunächst grundsätzlich in das OP-System mit seinen Studien, Zahlen, Daten und Fakten ein, während Dr. Lippka anschließend die Möglichkeiten der da Vinci-Prostatektomie (RARP) vorstellte. Wie unglaublich präzise und erfolgreich dieses OP-Verfahren dank der 10-fachen Vergrößerung mit dreidimensionaler Sicht und zitterfreien Instrumentenführung ist, konnten die Ärzte in einem Video sehen – die Faszination war sofort zu spüren. Dr. Stoll referierte anschließend über die da Vinci-Zystektomie (RARC) und zeigte auch hier die enormen Vorteile für den Patienten auf dank der geringen Komplikationen, des geringeren Infektionsrisikos und Blutverlusts, sowie der insgesamt geringeren Schmerzen, Narbenbildung und Wundheilungsstörungen. Auch diese Operation konnten die Teilnehmer noch einmal bildlich in einem eindrucksvollen OP-Video verfolgen.

Höhepunkt des Symposiums war danach das da Vinci-Training live im OP-Saal, bei dem alle Teilnehmer an der Konsole Platz nehmen durften, um eigens die vier Arme des Operationsroboters zu steuern. Anhand von kleinen Spielen wie beispielsweise dem „Heißen Draht“, bei dem ein Gummiring durch ein Drahtgestell ohne Berührung desselbigen geführt werden muss, oder dem chirurgische Nähen, bei dem Stiche und Knoten auf einem Nahtkissen geübt werden konnten, testeten die Ärzte ihre Geschicklichkeit und machten sich persönlich ein Bild von der Einzigartigkeit der OP-Methode. Dr. Stoll und Dr. Lippka sowie Romeet Kakar von der Herstellerfirma Intuitive standen mit Rat und Tat zur Seite, erklärten, korrigierten und unterstützen.    

Historischer Hintergrund in Hildesheim

„Gehe nie ohne ein gutes Wort zu den Kranken“
Luise von Marillac, Mitbegründerin der Vinzentinischen Ordensgemeinschaft)

1. Deutsches da Vinci-Symposium Vinzenzkrankenhaus Hannover Um die Wurzeln und die Philosophie des Vinzenzkrankenhauses Hannover als christlich-katholisches Haus besser zu verstehen, besuchten die Teilnehmer am zweiten Tag deren Trägerin, die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Hildesheim, eine päpstliche Ordensgemeinschaft. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit der Generaloberin Schwester Teresa M. Slaby und Schwester Dr. M. Ancilla Schulz vom Vinzentinischen Charisma im Mutterhaus erhielt die Gruppe nicht nur Einblicke in die Stadtgeschichte und in die Geschichte des Doms des Bistums Hildesheims, sondern auch und insbesondere in die Arbeit und das Wirken der Vinzentinerinnen in Hildesheim.

Geselliger Abschluss und großer Dank

1. Deutsches da Vinci-Symposium Vinzenzkrankenhaus HannoverGenug Gelegenheit zum fachlichen Austausch, für Einzelgespräche und Nachfragen gab es zum Abschluss des Symposiums im Leonardo Hotel Hannover. Dr. Albrecht, Dr. Edeling, Dr. Stoll und Dr. Lippka nahmen sich Zeit, um noch einmal persönlich ins Gespräch zu kommen und mit den Teilnehmern unter anderem über Diagnostik, OP-Techniken oder Qualifikationen zu diskutieren. Auch über die Möglichkeit einer Hospitation und eines partnerschaftlichen Austauschs wurde gesprochen – im Interesse beider Seiten. Mit dem Ersten Deutschen da Vinci-Symposium sei der Grundstein dafür gelegt. Die Zertifikatsübergabe wurde deshalb von allen Beteiligten mit großer Freude  zelebriert, bevor dann der Abend in den informellen Teil bei einem gemütlichen Essen und persönlichen Gesprächen überging und alle die Eindrücke und wunderbaren Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren ließen. Michael Hartlage ließ es sich nicht nehmen, jedem Teilnehmer noch einmal persönlich zu danken: „Wir freuen uns sehr, Sie kennengelernt zu haben, und danken Ihnen für Ihr Interesse an unserem Haus. Unser Kontakt ist auch für uns eine große Bereicherung. Auf eine gute Zusammenarbeit!“

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