17.03.2017

Jung trifft Alt – Schüler lernen Umgang mit Senioren

Projekt der Albertus-Magnus-Realschule führt Schüler und Bewohner im St. Paulus zusammen
  • Beim Spiel mit dem Ball lernen sich Sigrid Barthel (rechts), die Schüler der Albertus-Magnus-Schule und die Bewohner kennen.
    Beim Spiel mit dem Ball lernen sich Sigrid Barthel (rechts), die Schüler der Albertus-Magnus-Schule und die Bewohner kennen.

Wie sie mit fremden, pflegebedürftigen Menschen umgehen, welche Bedürfnisse diese haben und wie man am besten mit den individuellen Besonderheiten eines jeden Menschen umgeht, lernen jetzt sieben Schülerinnen und Schüler der Albertus-Magnus-Realschule im Altenpflegeheim St. Paulus kennen. Im Rahmen ihres Wahlpflichtkurses „Gesundheit und Soziales“ kümmern sich die Jugendlichen, die das Thema bereits seit dem Beginn des Schuljahres behandeln, bis zu den Sommerferien einmal wöchentlich um die Bewohner des Paulusheims.

„Es ist sehr aufregend einen Blick in den Alltag der Bewohner und des Pflegepersonals werfen zu können“, sagt die 15-jährige Christina. Sie und die Mitschüler ihres Kurses haben sich seit Beginn des aktuellen Schuljahres intensiv mit dem Thema „Pflege“ auseinander gesetzt. Sie haben sogar gelernt wie man einen Rollstuhl richtig schiebt, damit es in der Praxis keine Probleme gibt. Was mit viel Theorie begann, findet nun in der Praxis seinen Höhepunkt – dem regelmäßigen Zusammentreffen mit den Bewohnern des Altenpflegeheims. In Gruppen zu zweit oder zu dritt werden sie in den kommenden Wochen viel Zeit mit den Senioren verbringen und individuell auf deren Bedürfnisse und Befindlichkeiten eingehen. „Und das erste Mal wirklich einen bis dahin unbekannten Menschen im Rollstuhl zu schieben, ist doch sehr ungewohnt“, berichtet die Schülerin.

„Zeit ist das Wertvollste, was wir geben können“, sagt Sigrid Barthel, Begleitender Dienst des Paulusheims, die mit ihren Kolleginnen die Jugendlichen in ihrem Projekt begleitet und ihnen betreuend zur Seite steht. „Die Jugendlichen sind sehr aufgeschlossen“, zeigt sie sich erfreut über die schnelle Annäherung zwischen Bewohnern und Schülern und ergänzt: „Sich auf einen Unbekannten einzulassen, fällt nicht jedem leicht.“

Die Kooperation zwischen Schule und Pflegeheim besteht seit vier Jahren. „Die Bewohner freuen sich schon immer auf diese Tage“, berichtet Barthel weiter. Denn die Treffen mit den Schülern bedeuten stets Abwechslung. „Ob sie einen Spaziergang an der frischen Luft machen werden oder man es sich bei einer Tasse Tee gemütlich macht, entscheidet jede Gruppe für sich.“

Für die Alma-Schule betreut Lehrer Jens Rother das Projekt. Die Begegnung zwischen Alt und Jung sieht er sehr positiv: „Das Projekt fördert und fordert die Schüler auf der sozialen Ebene, im zwischenmenschlichen Bereich. Die Schüler müssen sich auf die alten Menschen einstellen, selber Initiative ergreifen, Vorschläge machen und Gespräche anregen.“ 

In den nächsten Tagen werden die Schüler dazu noch viel Gelegenheit haben – und vielleicht kehrt der ein oder andere später als FSJler ins Paulusheim zurück.